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25.02.2015

Lehrlingsausbildung: Nach der Prüfung kommt das Gautschen

Die besten Druckmaschinen sind wertlos, wenn kein Personal da ist, das im Umgang mit den teils hochtechnologisierten Gerätschaften geschult ist. Darum investiert die Kalt Medien AG in die Zukunft und bildet regelmässig Lehrlinge aus: Aus Tradition und Überzeugung.

Gross ist jeweils das Gaudi, wenn die jungen Polygrafen- und Druckerlehrlinge der Kalt Medien AG nach absolvierter Lehrabschlussprüfung (LAP) vom Rest der Belegschaft «gegautscht» werden. Als traditioneller Lehrbetrieb, der seit seinem Bestehen insgesamt schon über 100 Lehrlinge ausgebildet hat, hält man eisern an diesem heiteren Brauch fest, der auf das 16. Jahrhundert zurückzuführen ist. In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der Begriff den ersten Entwässerungsschritt nach dem Schöpfen des Papiers.

Streng geheim bleibt der Zeitpunkt der Gautschete für die Lehrlinge, bis der Signalruf «Packt an!» ertönt und sie entführt und in ein nahes Gewässer oder in einen geeigneten Brunnen geworfen werden. Dass die jungen Berufsleute den anschliessenden Apéro nicht in nassen Kleidern bewältigen müssen, dafür sorgen die ebenfalls eingeladenen Familienmitglieder der Gäutschlinge, die mit Ersatzwäsche aufwarten. Wochen später findet dann das offizielle Gautschessen statt, an welchem der erfolgreiche Lehrabgänger den Gautschbrief erhält: eine Urkunde mit Siegel, welche die Taufe als «Jünger Gutenbergs» bestätigt.

Die Kalt Medien AG bietet Lehrplätze an für Polygrafen und Drucktechnologen (Lehrzeit je vier Jahre) und Printmedienverarbeiter (Lehrzeit drei Jahre). Der Beruf des Polygrafen ist bei den Schulabgängern sehr beliebt; wir tragen dem Rechnung, indem wir zwei Lehrplätze für Polygrafen anbieten. Bisher, bestätigt Felix Kalt, hätten alle Lehrlinge die Gautschzeremonie mit viel Humor hinter sich gebracht. Schliesslich markiert nicht das Ende, sondern der Anfang der Lehrzeit den eigentlichen Sprung ins kalte Wasser.

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